(55565) 2002 AW197

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(55565) 2002 AW197 ist ein großes transneptunisches Objekt im Kuipergürtel, das bahndynamisch als Cubewano (CKBO) oder als erweitertes Scattered Disk Object (DO) eingestuft wird. Aufgrund seiner Größe ist der Asteroid ein Zwergplanetenkandidat.

Entdeckung

(55565) 2002 AW197 wurde am 10. Januar 2002 von einem Astronomenteam, bestehend aus Chad Trujillo, Mike Brown, Eleanor „Glo“ Helin, Steven H. Pravdo, Kenneth Lawrence und Michael Hicks mit dem 1,2–m–Oschin-Schmidt-Teleskop am Palomar-Observatorium des California Institute of Technology (Kalifornien) entdeckt. Die Entdeckung wurde am 20. Juli 2002 bekanntgegeben,[1] der Planetoid erhielt später von der IAU die Kleinplaneten-Nummer 55565.[2]

Nach seiner Entdeckung ließ sich 2002 AW197 auf Fotos vom 29. Dezember 1997, die im Rahmen des NEAT- und des GEODSS-Programmes am Haleakalā-Observatorium (Maui) gemacht wurden, zurückgehend identifizieren und so seinen Beobachtungszeitraum um fünf Jahre verlängern, um so seine Umlaufbahn genauer zu berechnen. Seither wurde der Planetoid durch verschiedene Teleskope wie das Herschel- und das Spitzer-Weltraumteleskop sowie erdbasierte Teleskope beobachtet. Im April 2017 lagen insgesamt 205 Beobachtungen über einen Zeitraum von 20 Jahren vor. Die bisher letzte Beobachtung wurde im Februar 2019 am Vegaquattro–Observatorium (Piemont) durchgeführt.[3][4] (Stand 12. März 2019)

Eigenschaften

Die Bahn von 2002 AW197 (weiß) im Vergleich zu denen von Pluto (lila) und Neptun (blau).

Umlaufbahn

2002 AW197 umkreist die Sonne in 324,22 Jahren auf einer leicht elliptischen Umlaufbahn zwischen 40,98 AE und 53,40 AE Abstand zu deren Zentrum. Die Bahnexzentrizität beträgt 0,132, die Bahn ist 24,44° gegenüber der Ekliptik geneigt. Derzeit ist der Planetoid 45,35 AE von der Sonne entfernt. Das Perihel durchläuft er das nächste Mal 2078, der letzte Periheldurchlauf dürfte also im Jahre 1754 erfolgt sein.

Die große Halbachse von 2002 AW197 befindet sich am äußeren Rand des Kuipergürtels, der sogenannten Kuiper-Klippe (englisch Kuiper cliff) bei 47 AE.

Marc Buie (DES) klassifiziert den Planetoiden als erweitertes SDO (ESDO bzw. DO),[5] während das Minor Planet Center ihn als Cubewano einordnet,[6][7] wobei er zu den bahndynamisch «heißen» klassischen KBO gehört; letzteres führt ihn auch als Nicht–SDO und allgemein als «Distant Object».[8][4]

Größe und Rotation

Ursprünglich wurde angenommen, dass 2002 AW197 eine Albedo von 0,04 besitzt. Mittels dieser Annahme wurde auf einen Durchmesser von 1.500 km geschlossen. Spätere Untersuchungen mit dem Herschel- und dem Spitzer-Weltraumteleskop[9] lieferten jedoch einen Albedo-Wert von 0,112 ± 0,012, sodass der Durchmesser auf 768 ± 38 Kilometer korrigiert werden musste. Ausgehend von diesem Durchmesser ergibt sich eine Gesamtoberfläche von rund 1.853.000 km². Die scheinbare Helligkeit von 2002 AW197 beträgt 19,99 m,[10] die mittlere Oberflächentemperatur wird anhand der Sonnenentfernung auf 39 bis 40 K (−233 bis −234 °C) geschätzt.

Es wird davon ausgegangen, dass sich 2002 AW197 aufgrund seiner Masse im hydrostatischen Gleichgewicht befindet und damit die Kriterien für eine Einstufung als Zwergplanet erfüllt. Mike Brown geht davon aus, dass es sich bei ihm höchstwahrscheinlich um einen Zwergplaneten handelt; auch Gonzalo Tancredi akzeptierte 2002 AW197 2010 als Zwergplaneten, schlug der IAU jedoch nicht direkt vor, ihn offiziell als solchen anzuerkennen.[11][12]

Anhand von Lichtkurvenbeobachtungen rotiert 2002 AW197 in 8 Stunden und 51,6 Minuten einmal um seine Achse. Daraus ergibt sich, dass er in einem 2002 AW197-Jahr 320778,8 Eigendrehungen („Tage“) vollführt. Dies ist allerdings noch mit einigen Unsicherheiten behaftet, da die damalige Beobachtungszeit nicht ausreichte und die Fehlerquote bei ungefähr 30 % liegt.

Bestimmungen des Durchmessers für 2002 AW197
Jahr Abmessungen km Quelle
2002 886,0 +115,0−131,0 Margot u. a.[13]
2005 700,0 ± 50,0 Tegler u. a.[14]
2005 700,0 ± 50,0 Stansberry u. a.[15]
2007 734,0 +123,0−135,0 Cruikshank u. a.[16]
2007 734,6 +116,4−108,3 Stansberry u. a.[17]
2008 705,0 Tancredi[18]
2009 742,0 +98,0−104,0 Brucker u. a.[19]
2010 735,0 Tancredi[12]
2013 686,0 Mommert u. a.[20]
2014 768,0 +39,0−48,0 Vilenius u. a.[9]
2016 701,41 LightCurve DataBase[21]
2018 693,0 Brown[11]
Die präziseste Bestimmung ist fett markiert.

Oberfläche

Spektralanalysen der europäischen Südsternwarte zeigen eine deutliche Rotfärbung; das Vorhandensein von Wassereis auf der Oberfläche konnte nicht nachgewiesen werden, was auf die Präsenz von organischem Material hinweist.[22] Dies steht im Gegensatz zu Quaoar, der ebenfalls eine rötliche Farbe aufweist.

Siehe auch

Weblinks

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Einzelnachweise

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